Wie kann eine verlässliche Hebammenversorgung auch unter extremen Bedingungen gewährleistet werden? Diese Frage stellte sich dem ASB NRW und dem ASB Münsterland nach der verheerenden Flutkatastrophe im Sommer 2021 und sie steht bis heute im Mittelpunkt der Weiterentwicklung moderner Versorgungskonzepte.
Am 5. Dezember 2025 widmeten sich auch Studierende der Hebammenwissenschaft der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen dieser Fragestellung im Rahmen eines Besuchs an der ASB NRW Landesschule. Unter der Leitung von Prof.in Michaela Michel-Schuldt, Ph. D., Professorin für Hebammenwissenschaft, reisten 12 Teilnehmerinnen nach Erftstadt für einen Austausch. Als Gastgeber stellte der ASB NRW ein besonderes Projekt vor: das ASB-Hebammenmobil. Projektmanagerin Stefanie Könitz-Goes gab Einblicke in die Entstehung, die Einsätze und die Herausforderungen des Projekts. Der zu einem geschützten Behandlungs- und Beratungsraum umgebaute Bus ermöglicht Schwangeren sowie jungen Müttern auch bei zerstörter Infrastruktur eine niedrigschwellige, vertrauliche Betreuung durch Hebammen.
Im Austausch mit den Studierenden wurde deutlich, wie wichtig flexible Strukturen, innovative Versorgungsansätze und die frühzeitige Einbindung von Hebammen in Katastrophenschutz-Konzepte sind. Der ASB NRW versteht das Hebammenmobil als lernendes Modell, das kontinuierlich weiterentwickelt wird – im Dialog mit Wissenschaft, Praxis und dem beruflichen Nachwuchs. Zum Ende des Jahres 2025 wird der Einsatz des ASB-Hebammenmobils in der Flutregion von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz beendet, das Konzept der aufsuchenden niedrigschwelligen Versorgung durch ein Mobil mit Hebammensprechstunde wird zugleich im Münsterland und im Ruhrgebiet weitergeführt.
„Die Weiterentwicklung unserer Angebote zur Hebammenversorgung ist ein zentraler Schlüssel für eine verlässliche Vorsorge von Müttern und jungen Familien – gerade auch in Krisensituationen. Der ASB NRW arbeitet weiterhin daran, Expert:innen frühzeitig in Versorgungskonzepte einzubinden und innovative Strukturen zu schaffen. Wir wünschen uns für jedes Baby die Chance auf einen guten und sicheren Start ins Leben“, betont Projektleiterin Stefanie Könitz-Goes.
Mit dem ASB-Hebammenmobil setzte der ASB NRW ein klares Zeichen: Auch in Ausnahmesituationen haben Frauen Anspruch auf eine kontinuierliche, qualifizierte Betreuung – damit Familien von Anfang an gestärkt werden und jedes Kind bestmöglich ins Leben starten kann. Der Austausch mit wissenschaftlichen Institutionen wie der Hochschule Ludwigshafen und dem Fachbereich Hebammenwissenschaften sind ein wichtiger Baustein für zukunftsweisende Konzepte in der Versorgung.
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